Energieeffizienz

Seit 1999 wird die Abwärme, die bei der Verbrennung von Müll entsteht, zur Eigenversorgung der Anlage und für die Stromerzeugung genutzt, seit 2003 zusätzlich als Heizenergie in die Fernwärmenetze von Böblingen und Sindelfingen eingespeist. Die vertraglich festgelegte Mindestabnahmemenge der Wärmeauskopplungsgesellschaft beläuft sich auf 110.000 Megawattstunden Fernwärme pro Jahr mit der Option, das höchst mögliche Potenzial an Fernwärme und Strom abzunehmen, welches das Restmüllheizkraftwerk erzeugen kann. Tatsächlich werden ab dem Jahr 2008 aber 140.000 Megawattstunden abgegeben mit dem Plus für die Umwelt: Rechnerisch werden dadurch jährlich rd. 14 Mio. Liter Heizöl eingespart und ca. 28.000 Tonnen Kohlendioxid sowie 23 Tonnen Stickoxide pro Jahr weniger in die Luft freigesetzt. Dadurch verbessert sich die Luftsituation im Raum Böblingen und Sindelfingen erheblich. Außerdem bedeutet Energie aus Müll eine größere Unabhängigkeit von der Entwicklung auf dem Ölmarkt.

Diese ressourcen- und umweltschonenden Fakten lassen deutlich werden, wie wichtig es ist die vorhandenen Technologien stetig zu modernisieren und Innovationen zu schaffen. Dies ermöglicht eine nachhaltige Effizienzsteigerung. Die Leit- und Messtechnikprozesse spielen dabei eine wichtige Rolle, doch nicht allein: Durch die Optimierung der Wärmetauscher sowie des Turbosatzes und damit verbundener Komponenten konnte die Produktionsmenge der Fernwärmeauskopplung um über 10 Prozent gesteigert werden.

Einen zusätzlichen Meilenstein stellte der Beschluss dar, ein Biomasseheizkraftwerk in die bestehende Anlage zu integrieren. Erstmals werden hier Strom und Wärme aus Häckselfeinmaterial hergestellt. Bei einer Auslegung von 6.800 Betriebsstunden pro Jahr lassen sich jährlich rund 20.000 Tonnen Häckselfeinmaterial energetisch verwerten und in umweltfreundliche Energie umgewandeln. Die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur beim Einbau der Biomasseverbrennungsanlage ergänzt das Anlagenprofil um einen weiteren innovativen Baustein und ermöglicht eine nochmalige Steigerung der Energieeffizienz. Über die angewandte Kraft-Wärme-Kopplung liefert eine Turbine (ca. 750 Kilowatt) Strom und 4 Megawatt Fernwärme.

Alles in allem produziert der Zweckverband Restmüllheizkraftwerk jährlich 46.000 Megawattstunden Strom. Die Fernwärmeleistung hat sich durch die genannten Maßnahmen auf insgesamt rund 160.000 Megawattstunden pro Jahr erhöht. Mit der Restmüll- und Biomasseverbrennung zusammen können heute knapp 28.000 Personen mit Wärme sowie rund 40.000 Personen, also in etwa die Einwohner einer großen Stadt wie Leonberg, mit elektrischer Energie jeweils ein Jahr lang versorgt und endliche, fossile Brennstoffe geschont werden. Rechnerisch bedeutet dies eine Gesamteinsparung von rund 16 Mio. Liter Heizöl pro Jahr. Zusätzlich werden jährlich etwa 32.600 Tonnen Kohlendioxid vermieden und der Ausstoß an Stickoxiden um 26 Jahrestonnen verringert.