Ausgelegt ist das mit zwei Verbrennungslinien versehene Restmüllheizkraftwerk auf eine Verbrennungskapazität von 140.000 Tonnen. Tatsächlich werden aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit der Anlage jährlich über 150.000 Tonnen Müll verbrannt. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit und verbessert die Ökobilanz. Für die Umweltfreundlichkeit des Restmüllheizkraftwerks steht nicht nur die optimale Energienutzung, sondern vor allem ein hoch modernes fünfstufiges Abgasreinigungssystem, das fast die Hälfte des Baukörpers einnimmt. Einschließlich aller Vorlaufkosten kostete das Restmüllheizkraftwerk etwa 179 Mio. Euro. Rund zwei Drittel davon entfielen auf den Bereich der Abluftreinigung.
Das Restmüllheizkraftwerk Böblingen ist ökologisch wie ökonomisch eine rundum sinnvolle Lösung für alle Beteiligten. Sowohl im Hinblick auf die Technik der Rostfeuerung wie auch bei der Anlagengröße, der kreisüberschreitenden Zusammenarbeit und den Umweltinvestitionen wurden die richtigen Entscheidungen gefällt und die für den Gebührenzahler günstigste Form der Abfallentsorgung verwirklicht. Eine leistungsstarke Verbrennung, saubere Abluft sowie eine sinnvolle Nutzung der gewonnenen Energie und die Verwertung der Verbrennungsreste Schlacke, Gips und Salzsäure – dafür steht das Restmüllheizkraftwerk. Optimierung der Technik und Verbesserung der Ablaufprozesse: für das engagierte Mitarbeiterteam eine Daueraufgabe, um immer auf dem technisch neuesten Stand zu sein und das Beste aus der Anlage herauszuholen. Dadurch können wir eine Steigerung der Energieeffizienz erreichen und die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Und das ist gut so, davon profitieren die Menschen und Betriebe im Gebiet des Zweckverbands und die Umwelt.
Die umweltfreundliche High-Tech-Anlage Restmüllheizkraftwerk Böblingen wurde im Herbst 2008 um einen innovativen Baustein erweitert: das Biomasseheizkraftwerk ging in Betrieb und damit die erste großtechnische Anlage, in der in Deutschland Strom und Wärme aus Häckselfeinmaterial erzeugt wird. In die ungenutzte, ehemals für die Klärschlammbehandlung vorgesehene Halle neben dem Restmüll- und Schlackenbunker wurde das Biomasseheizkraftwerk eingebaut. Es gilt als „Sahnehäubchen“ obendrauf, ergänzt es doch unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur das Anlagenprofil des Restmüllheizkraftwerks in optimaler Weise und steigert die regenerative Energiegewinnung.
Unser Credo ist es, in Zukunftstechnologien zu investieren und auf erneuerbare Energien mit entsprechenden wirtschaftlichen Vorteilen zu setzen und dabei etwas für den Umweltschutz im örtlichen Umfeld zu tun – das Biomasseheizkraftwerk mit seinem ausgeklügelten Kraftwerk ist hierbei ein wichtiger Baustein und macht das Restmüllheizkraftwerk wieder um eine umweltschonende Facette reicher.
Die Investitionskosten für den Bau des Biomasseheizkraftwerks belaufen sich auf rd. 8 Mio. Euro.Dem gegenüber aber stehen jährliche Erträge durch die Strom- und Fernwärmeabgabe, welche die Investition in jedem Fall wirtschaftlich macht. Mit dem Biomasseheizkraftwerk am Standort Restmüllheizkraftwerk Böblingen entstand eine ökonomisch wie ökologisch betrachtet wertvolle Einheit, die ihresgleichen sucht.