Energiegewinnung

Die aus dem Biomasseheizkraftwerk gewonnenen Produkte sind Strom und Fernwärme. Dies geschieht, indem der im Kessel entstandene Dampf in eine Gegendruckturbine geleitet wird. Mittels dieser Turbine und dem nachgeschalteten Generator wird der Dampf in elektrische Energie umgewandelt. Um den Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, wird dieser zuvor von 400 Volt auf 10.000 Volt transformiert. Nach Austritt des Dampfes aus der Turbine wird über einen Wärmetauscher die Hitze abgegeben und als Fernwärme in die bereits an das Restmüllheizkraftwerk angeschlossenen Fernwärmenetze der Stadtwerke Böblingen und Sindelfingen übergeben.

Durch die konsequent angewandte Kraft-Wärme-Kopplung wird eine jährliche Wärmeleistung von 16.000 Megawattstunden erzielt. Damit können rund 3.000 Personen ein Jahr lang versorgt werden. Ebenso deckt die zusätzliche Stromeinspeisung von rund 6.000 Megawattstunden den jährlichen Bedarf von weiteren 5.200 Personen. So können durch die Energiegewinnung aus Biomasse und Restmüll insgesamt 28.000 Menschen mit Wärme (160.000 MWh) und etwa 40.000 Personen mit Strom (46.000 MWh) ein Jahr lang versorgt werden.

Das Verhältnis von Fernwärme und Strom ist abhängig von der tatsächlichen Abnahmemenge der Fernwärme. Es richtet sich vor allem nach der Jahreszeit, da z.B. in kalten Zeiten wesentlich mehr Fernwärme benötigt wird als in warmen.

Das Böblinger Biomasseheizkraftwerk erfüllt die Kriterien aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es dient vorrangig dem Klimaschutz und gehört zu den gesetzlichen Maßnahmen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle verringert werden soll. Nach dem EEG wird die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz mit dem Bonus für nachwachsende Rohstoffe (NawaRo-Bonus) vergütet. Ebenso gilt für die Stromproduktion mit gleichzeitiger Fernwärmeabgabe der Zuschlag für die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Bonus). Das deutsche EEG gilt auch als Erfolgsgeschichte der Einspeisevergütung und wurde bereits von 47 Staaten übernommen.

Wie dargelegt wird die aus der Anlage ausgekoppelte Energie nach dem EEG mit KWK- und NawaRo-Bonus vergütet. Somit kommt der Zweckverband als Betreiber auch in den Genuss der in Kraft getretenen höheren Einspeisevergütung.