Rauchgasnutzung und -reinigung

Im Rauchgas werden zunächst die vorhandenen Stickoxide (NOx) minimiert. Hierzu wird bereits in die Feuerbox mit Hilfe einer Drucklufteindüsung eine Harnstofflösung eingetragen. Diese NOx- Abscheidung mittels Harnstoff als Reduktionsmittel wird SNCRVerfahren (selektives nichtkatalytisches Reduktionsverfahren) genannt. Die Investitionskosten dieser Entstickungsanlageform liegen zwischen 10 und 20 Prozent der Kosten für ein katalytisches Verfahren, wie es z.B. in der Abgasreinigung der Restmüllverbrennung angewendet wird.

Das Rauchgas wandert weiter in den Kessel und wird nach seiner Abkühlung gesäubert, um die darin enthaltenden Schadstoffe zu entfernen. Es wird aus dem Kessel in einen Vorabscheider, den so genannten Zyklon abgesaugt. In diesem wird das Rauchgas durchgeschleudert. Durch die Rotation wird bereits ein Großteil der schadstoffhaltigen Staubpartikel an die Außenwände des Zyklons geschleudert und über eine Zellradschleuse nach unten ausgetragen. Dieses Prinzip ist mit dem einer herkömmlichen Salatschleuder vergleichbar, bei welcher durch die Drehung des Salates das Wasser abgeschleudert wird. Auf diese Grobabscheidung folgt im Gewebefilter die Feinreinigung. Das Rauchgas wird hierfür durch einen Filterschlauch gedrückt. Dadurch bleiben die restlichen Staubpartikel hängen und werden abgeschieden. Erst dann wird die gereinigte Abluft in gut 40 Meter Mündungshöhe durch den Kamin nach außen in die Atmosphäre abgegeben. Der Gewebefilter verfügt über eine vollautomatische „Online“-Abreinigung der Filterschläuche durch Druckluftimpulse. Die Partikel werden wie beim Zyklon ebenfalls über eine Zellradschleuse aus der Filterwanne ausgetragen.

Mit diesem Doppelreinigungsverfahren können die Emissionswerte weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten gehalten werden. Die Grenzwerte für die Biomasseverbrennung sind in der 4. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) geregelt. Daher gelten hier andere Grenzwerte und keine Mindesttemperaturbestimmungen wie bei der Restmüllverbrennung nach der 17. BImSchV. Dennoch werden die Emissionswerte des Biomasseheizkraftwerks ständig gemessen, archiviert und mit den Daten des Restmüllheizkraftwerks der Aufsicht führenden Behörde vorgelegt.