Strom- und Wärmeerzeugung

Die bei der Verbrennung freigesetzte Energie erzeugt Dampf. Der hochverdichtete Dampf wird zu einer Turbine geleitet, durch die – ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo – ein Generator angetrieben und Strom erzeugt wird. Der erzeugte Strom wird zum größten Teil in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist. Nur ein geringer Anteil wird als Eigenbedarf zum Betrieb der Anlage genutzt.

Als Anbieter regenerativer Energien kann die Verbrennungsanlage beachtliche Werte vorweisen. Betrachtet man zum Beispiel nur die Auslegungswerte der Müllverbrennungsanlage, so lassen sich bei einem Heizwert des Mülls von 11.077 KJ/kg und einer Betriebszeit von 7.500 Stunden pro Jahr (85% Verfügbarkeit) insgesamt 140.000 Tonnen Abfälle jährlich verbrennen. Tatsächlich liegt die Verfügbarkeit deutlich höher. Basierend auf diesen Werten können stündlich 9,5 Tonnen pro Linie verbrannt und damit wieder- um je Kessel 34 Tonnen Dampf erzeugt werden. Allein mit der Summe der aus beiden Kesseln produzierten Dampfmenge ist eine stündliche Stromgewinnung von 12,9 Megawatt möglich.

Seit 2002/2003 wird nicht nur Strom produziert, sondern auch das höchstmögliche Potential an Fernwärme, welches das Restmüllheizkraftwerk erzeugen kann, in die Netze von Böblingen und Sindelfingen ausgekoppelt. Hierfür ließen die Energieversorgungsunternehmen die technischen Vorrichtungen installieren und verlegten insgesamt 10 Kilometer Rohrleitungen. Für den Fernwärmestrang Richtung Sindelfingen bis zur Anbindung an die bestehende Leitungstrasse wurden rund vier Kilometer Rohrleitungen verlegt. Um das Böblinger Netz mit Fernwärme zu beliefern wurden bis zur Übergabestation auf einer Länge ca. sechs Kilometern Rohre benötigt. Das Restmüllheizkraftwerk ist seitdem seinem Namen gerecht. Der zukunftsorientierte Grundgedanke des Zweckverbands Restmüllheizkraftwerk Böblingen verspricht allerdings weitere Potentiale bei der Energiegewinnung.